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Lohn­steuer­aus­gleich? Was ist das?

Jedes Jahr lassen ArbeitnehmerInnen viel Geld liegen, weil sie ihre steuerlichen Möglichkeiten nicht ausnützen. Dabei ist es nicht schwer, die ArbeitnehmerInnenveranlagung zu machen.

Dass es auf jeden Euro ankommt – wer wüsste das nicht besser als die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Damit dir mehr übrig bleibt: Hol dir dein Geld vom Finanzministerium zurück! Egal ob Lehrling, NebenjobberIn, FerialjobberIn, PraktikantIn oder AngstellteR – am Anfang des Jahres kannst du dir zu viel bezahlte Steuern vom letzten Jahr zurückholen.

Eine Steuergutschrift kann sich ergeben, wenn du

  • monatlich unterschiedlich hohe Bezüge erhalten hast.
  • während des Jahres den Job gewechselt hast bzw. nicht ganzjährig beschäftigt warst.
  • aufgrund deiner niedrigen Bezüge gar keine Steuer, sondern nur Sozialversicherung bezahlt hast und somit Anspruch auf eine Negativsteuer hast. Das trifft in der Regel Lehrlingen, NebenjobberInnen, geringfügig Beschäftigten.
  • Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag hast, der bei der laufenden Lohnverrechnung noch nicht berücksichtigt wurde.
  • Anspruch auf den Mehrkindzuschlag hast.
  • Anspruch auf ein Pendlerpauschale hast, das aber bei der laufenden Lohnverrechnung nicht berücksichtigt wurde.
  • Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen kannst.

Eine Steuergutschrift bedeutet, dass du Geld bar auf die Hand erhältst. Um das Geld zu bekommen, gilt immer: Man muss einen Antrag beim Finanzamt  einbringen. Wir zeigen dir, wie das geht und weisen dich auf die wichtigsten Punkte der ArbeitnehmerInnenveranlagung hin.

Negativsteuer - WER bekommt das Geld?

ArbeitnehmerInnen mit niedrigem Einkommen zahlen keine Lohnsteuer. Das sind vor allem Lehrlinge, Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte. Abgaben in der Sozialversicherung fallen aber auch für viele "KleinverdienerInnen" an. Denn ArbeitnehmerInnen mit einem Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze sind sozialversicherungspflichtig. 2014 betrug die Geringfügigkeitsgrenze brutto im Monat € 395,31, 2015 beträgt sie 405,98 Euro brutto. Die Steuergutschrift kann immer erst rückwirkend beantragt werden. (d. h. 2015 für 2014 und vier weiter zurückliegende Jahre, siehe weiter unten).

Zehn Prozent der geleisteten Sozialversicherungsbeiträge, maximal 110 Euro im Jahr, können sich ArbeitnehmerInnen, die keine Steuern zahlen, als Negativsteuer von der Finanz zurückholen. Auch geringfügig Beschäftigte, die sich freiwillig in der Kranken- und Pensionsversicherung versichern und damit Beiträge zahlen, können die Negativsteuer beantragen. Dasselbe gilt für ArbeitnehmerInnen, die mit mehreren geringfügigen Jobs zusammen ein Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze erreichen.

Einen Teil der Sozialversicherungskosten über die Negativsteuer zurückholen können nur unselbständig Beschäftigte. Für freie DienstnehmerInnen, Neue Selbständige und PensionistInnen besteht diese Möglichkeit nicht.

WIE VIEL darf man verdienen, um die Negativsteuer zu bekommen?

Bis zu einem monatlichen Bruttoeinkommen von ca. 1.190 Euro kannst du die Negativsteuer beantragen. Für Beschäftigte, die Anspruch auf AlleinerzieherInnen- oder AlleinverdienerInnenabsetzbetrag haben, ist die Einkommensgrenze für die Negativsteuer etwas höher.

WIE bekommt man das Geld?

Dazu muss man einen Antrag auf ArbeitnehmerInnenveranlagung ausfüllen. Den Antrag kann man immer erst nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahrs stellen, das ist bis fünf Jahre rückwirkend möglich. Das für die ArbeitnehmerInnenveranlagung nötige Formular L1 gibt es beim Finanzamt oder man macht die Veranlagung gleich online über www.finanzonline.at.

Personen ohne Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (z.B. Kinderbetreuungsgeld-BezieherInnen) können den AlleinerzieherInnen- bzw. AlleinverdienerInnenabsetzbetrag beantragen. Allerdings unter der Bedingung, dass mindestens ein Kind vorhanden ist, für das Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag bezogen wurde. Der Antrag auf Erstattung dieser Absetzbeträge kann mit dem Formular E5 gestellt werden.

So füllst du die ArbeitnehmerInnenveranlagung aus

Um die Negativsteuer zu erhalten, musst du auf dem Formular nur Name, Adresse und Sozialversicherungsnummer ausfüllen sowie deine Kontonummer (IBAN) und die Anzahl deiner Dienstgeber für das betreffende Jahr angeben. AlleinerzieherIn oder AlleinverdienerIn mit mindestens einem Kind können im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung zusätzlich den AlleinerzieherInnen- bzw. den AlleinverdienerInnenabsetzbetrag beantragen. Der Absetzbetrag wird als Gutschrift auf das Konto überwiesen.

  • Die Höhe des Absetzbetrages (inkl. Kinderzuschlag) hängt von der Zahl der Kinder ab. Er beträgt für AlleinerzieherInnen und AlleinverdienerInnen mit:
     
  • 1 Kind: 494 Euro/Jahr
  • 2 Kinder: 669 Euro/Jahr
  • 3 Kinder: 889 Euro/Jahr
  • Für jedes weitere Kind kommen jeweils 220 Euro dazu (also bei 4 Kindern: 889 Euro + 220 Euro = 1.109 Euro)
     

Da Einschleifregelungen bestehen, kann die Gutschrift - je nach Einkommen - auch niedriger ausfallen. Im Formular zur ArbeitnehmerInnenveranlagung musst du dafür ein Kreuzerl im Feld "Alleinerzieherabsetzbetrag" oder "Alleinverdienerabsetzbetrag" machen.

Achtung: Wenn du einen Weg von über 20 km zur Arbeit fahren musst (und öffentliche Verkehrsmittel zumutbar sind) kannst du dir noch eine erhöhte Negativsteuer herausholen:

Pendlerpauschale

Kleine Pendlerpauschale
Steht ab 20 Kilometern Entfernung zu, wenn die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln zumutbar ist. Bis 60 Minuten einfacher Wegzeit ist die Benützung eines Massenbeförderungsmittels stets zumutbar.

  • 20km bis 40km - 696€
  • 40km bis 60km - 1.356€
  • Über 60km - 2.016€

Große Pendlerpauschale
Steht ab 2 Kilometern Entfernung bei Unzumutbarkeit der Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel zu, wenn folgende Wegzeiten (einfache Wegstrecke) überschritten werden: unter 20km 1,5 Stunden, ab 20km 2 Stunden, ab 40km und 2,5 Stunden. Ist die Wegzeit bei der Hin- und Rückfahrt unterschiedlich lang, dann gilt die längere Wegzeit.

  • 2km bis 20km - 372€
  • 20km bis 40km - 1.476€
  • 40km bis 60km - 2.568€
  • Über 60km - 3.672€

Geringfügig Beschäftigte, die freiwillig in die Sozialversicherung zahlen und ArbeitnehmerInnen mit mehreren geringfügigen Jobs, deren Gesamteinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze liegt, müssen noch ein Feld mehr ausfüllen, um die Negativsteuer zu erhalten. Du musst in der Rubrik "Werbungskosten" die Gesamtsumme der Sozialversicherungsbeiträge, die Sie in dem betreffenden Jahr geleistet haben, anführen. Dann ist das Ausfüllen der ArbeitnehmerInnenveranlagung geschafft.

Eine steuerliche Entlastung ist dein gutes Recht. Hol dir dein Geld zurück!

Mehr Information findest du auf der Seite des Finanzministeriums www.bmf.gv.at.
Wenn du die ArbeitnehmerInnenveranlagung gleich online machen möchtest kannst du das  elektronisch über www.finanzonline.gv.at durchführen.

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