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GPA-djp Jugend

Gute Pause, besser drauf!

Handy, Internet und E-Mail haben unser Leben stark beschleunigt. Alles und jede/r soll jederzeit erreichbar und verfügbar sein, denn es muss immer sofort sein. Dadurch ist auch das Arbeitsleben stressiger geworden. Umso wichtiger sind bewusst gesetzte Pausen für die körperliche und geistige Gesundheit.

Gesünder, kreativer, leistungsfähiger
Wer regelmäßig Pause macht ist gesünder, kreativer und damit auch leistungsfähiger. Das belegen zahlreiche Studien von ArbeitsmedizinerInnen im In- und Ausland. Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitspausen ist damit sowohl für ArbeitnehmerInnen als auch für ArbeitgeberInnen sinnvoll und gewinnbringend.

Rechtliche Fragen zum Thema Pause

Wann steht mir eine Pause zu?
Wer länger als sechs Stunden arbeitet, hat Anspruch auf eine halbe Stunde Pause. Die Pause kann auch in zwei viertel Stunden oder in 3 x 10 Minuten aufgeteilt werden, wenn es im Interesse der ArbeitnehmerInnen des Betriebes gelegen oder aus betrieblichen Gründen notwendig ist. Eine andere Teilung der Ruhepause kann aus diesen Gründen durch Betriebsvereinbarung, in Betrieben, in denen kein Betriebsrat errichtet ist, durch das Arbeitsinspektorat, zugelassen werden. Ein Teil der Ruhepause muss mindestens zehn Minuten betragen. (§11 AZG. Ruhepausen)

Bekomme ich diese Pause bezahlt?
Nein, leider nicht. Der/die ArbeitgeberIn muss die Pause zwar allen MitarbeiterInnen gewähren. Bezahlen muss er sie aber nicht.

Darf ich selbst bestimmen, wann ich meine Pause nehme?
Das hängt von der jeweiligen Vereinbarung in deinem Betrieb ab. Frag deinen Betriebsrat oder in deiner Personalstelle.

Darf ich in der Pause meinen Arbeitsplatz verlassen?
Pausen sind nicht Arbeitszeit! In dieser Zeit darfst du deinen Arbeitsplatz verlassen und musst auch nicht auf Abruf verfügbar sein.

Steht mir als Teilzeitbeschäftigte/r oder geringfügig Beschäftigte auch eine Pause zu?
Ja, auch Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte haben ein Recht auf Pause, wenn sie länger als sechs Stunden arbeiten.

Ich arbeite den ganzen Tag am Computer. Bekomme ich da zusätzliche Pausen?
Wer überwiegend am Bildschirm arbeitet muss sogar regelmäßig Pausen einlegen. Wer länger als zwei Stunden täglich Bildschirmarbeit macht, hat Anspruch auf zehn Minuten Pause nach jeweils 50 Minuten. Tätigkeitswechsel, die die Belastung durch die Bildschirmarbeit ausgleichen gelten wie Pausen. Bildschirmarbeitspausen müssen vom Arbeitgeber bezahlt werden. Die Bildschirmpausen dürfen nicht zusammengelegt werden; spätestens nach 100 Minuten müssen 20 Minuten Pause/Tätigkeitswechsel eingelegt werden. Ist es in einem Betrieb notwendig, dass durchgehend gearbeitet wird (z.B. Sicherheitskontrolle, Mikrochirurgie), müssen andere Pausenregelungen getroffen werden.

Zur Festsetzung von innerbetrieblichen Pausenregelungen müssen die ArbeitsmedizinerInnen hinzugezogen werden.

Wie viele Stunden beträgt die tägliche Ruhezeit?
Die Tägliche Ruhezeit ist die Zeit, die dir als ArbeitnehmerIn nach Ende der Arbeit bis zum nächsten Arbeitsbeginn zur uneingeschränkten privaten Verfügung steht. Grundsätzlich beträgt die tägliche Ruhezeit ununterbrochene elf Stunden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Zum Beispiel kann der Kollektivvertrag die ununterbrochene Ruhezeit auf mindestens acht Stunden verkürzen, sofern innerhalb der nächsten zehn Kalendertage eine andere Ruhezeit entsprechend verlängert wird. Eine Verkürzung auf unter zehn Stunden ist allerdings nur möglich, wenn der Kollektivvertrag weitere Maßnahmen zur Sicherstellung der Erholung der Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer vorsieht.

Ich muss auch am Wochenende arbeiten. Welche Pausen stehen mir zu?
Selbstverständlich gelten auch am Wochenende die gesetzlichen und betrieblichen Pausenregelungen. Wenn länger als sechs Stunden gearbeitet wird, ist eine Pause von 30 Minuten einzuhalten.

Wie viele Stunden beträgt die Wochenendruhe?
ArbeitnehmerInnen haben in jeder Kalenderwoche Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden, in die der Sonntag fallen muss. Während dieser Zeit dürfen ArbeitnehmerInnen nur beschäftigt werden, wenn dies auf Grund der Ausnahmen, die im Arbeitsruhegesetz aufgezählt sind, zulässig ist.

Es sind aber Ausnahmen durch Kollektivverträge oder Verordnung möglich. In diesem Fall gebührt Ihnen in der betreffenden Kalenderwoche eine 36-stündige Wochenruhe in der Zeit von Montag bis Samstag.

Die Wochenendruhe muss für alle ArbeitnehmerInnen spätestens am Samstag um 13 Uhr beginnen. Für ArbeitnehmerInnen, die mit unbedingt notwendigen Abschluss-, Reinigungs-, Instandhaltungs- oder Instandsetzungsarbeiten beschäftigt sind, muss die Wochenendruhe spätestens am Samstag um 15 Uhr beginnen.

Wird die Wochenendruhe (Wochenruhe) innerhalb eines Zeitraumes von 36 Stunden vor Beginn der nächsten Arbeitswoche unterbrochen, gebührt eine Ersatzruhezeit. Ihr Ausmaß entspricht der innerhalb dieser 36 Stunden geleisteten Arbeitszeit.

Der Anspruch auf Ersatzruhe berührt nicht den Anspruch auf Überstundenabgeltung nach dem Arbeitszeitgesetz bzw. Kollektivvertrag.

Achtung: Ausnahmen bezüglich Wochenendruhe gelten für Schichtbetriebe, in der Gastronomie und Hotellerie, bei abweichenden gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Regelungen und bei Einarbeitung von „Fenstertagen“.

Jugendliche ArbeitnehmerInnen

Für ArbeitnehmerInnen unter 18 Jahre gelten abweichende Regelungen, diese findest du im Menüpunkt Lehrlinge und junge ArbeitnehmerInnen.
 

So kannst du deine Pause gestalten. Hier findest du Tipps dazu.

 

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