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GPA-djp Jugend

Kündigung oder Entlassung?

Durch Probezeit, Kündigung, Entlassung oder Befristung können Dienstverhältnisse enden. Die Unterschiede erklären wir dir hier.

Probezeit

Eine Probezeit kann in jedem Arbeitsvertrag, Dienstvertrag oder Lehrvertrag vereinbart werden. Die Probezeit für DienstnehmerInnen darf maximal 1 Monat, für Lehrlinge maximal 3 Monate betragen. Es kann auch eine kürzere oder gar keine Probezeit vereinbart werden die Höchstgrenzen dürfen nie überschritten werden. Sowohl der/die ArbeitgeberIn als auch der/die ArbeitnehmerIn bzw. Lehrling kann das Arbeits- bzw. Lehrverhältnis jederzeit ohne Angaben von Gründen beenden. Dabei müssen keine Fristen eingehalten werden, trotzdem sollte die Auflösung in der Probezeit schriftlich erfolgen. Der/die ArbeitnehmerIn bzw. Lehrling muss für die bereits geleistete Arbeit bis zum Tag der Auflösung aliquot bezahlt werden.

Befristung

Ein befristetes Dienstverhältnis hat anders als ein unbefristetes Dienstverhältnis ein vereinbartes Endigungsdatum. Das führt zu einer Endigung des Arbeitsverhältnisses zum vereinbarten Datum ohne vorher eine Kündigungsfrist einhalten zu müssen oder eine nochmalige schriftliche Mitteilung darüber. Oft ist bei einem befristeten Dienstverhältnis keine Kündigungsmöglichkeit vereinbart, daher ist eine vorzeitige Auflösung des Dienstverhältnisses sehr schwierig. Befristete Arbeitsverhältnisse können nur gekündigt werden, wenn dies ausdrücklich zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn vereinbart wurde. Mehrere auf einander folgende befristete Arbeitsverhältnisse sind verboten ("Kettenarbeitsvertrag")

Ab der dritten Verlängerung einer solchen Befristung entsteht automatisch ein unbefristetes Dienstverhältnis mit allen dazugehörigen rechtlichen Grundlagen.

Kündigung durch den/die ArbeitgeberIn

Mit einer Arbeitgeberkündigung löst der/die ArbeitgeberIn ein unbefristetes Arbeitsverhältnis auf. Bist du dir nicht sicher, ob eine Kündigung zulässig ist, solltest du unverzüglich nach Zugang der Kündigung mit den RechtsexpertInnen der GPA-djp Kontakt aufnehmen. Üblicherweise existieren für Kündigungen keine Formvorschriften. Sie können daher sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen. Manchmal sehen jedoch z.B. Kollektivverträge oder Arbeitsverträge vor, dass Kündigungen nur rechtswirksam sind, wenn sie schriftlich erfolgen. Eine Kündigung ist erst wirksam, wenn sie dir zugeht. Also wenn sie dir gegenüber mündlich ausgesprochen wird oder wenn du das Kündigungsschreiben erhältst. Eine rückwirkende Kündigung ist nicht möglich.

Wird das Kündigungsschreiben beim Postamt hinterlegt, gilt es unter bestimmten Voraussetzungen als zugestellt. Deine Zustimmung zur Kündigung ist nicht erforderlich. Auch wenn du die Annahme verweigerst, ist die Kündigung wirksam. Der/die ArbeitgeberIn muss die Kündigung nicht begründen.

Die Kündigungsfrist ist die Zeitspanne, die zwischen dem Zugang der Kündigung und dem Kündigungstermin liegt. Welche Kündigungsfristen und –termine einzuhalten sind, regeln die verschiedenen Gesetze, Kollektivverträge oder auch der Arbeitsvertrag.

Kündigung durch den/die ArbeitnehmerIn

Wenn du selbst deinen Job aufgeben willst, spricht man von Arbeiternehmer-Kündigung. Mit einer Arbeitnehmerkündigung löst du dein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Das Gesetz sieht keine bestimmte Kündigungsform vor. Du kannst daher mündlich oder schriftlich kündigen, außer dein Kollektiv- oder Dienstvertrag sieht eine bestimmte Kündigungsform vor. Die Kündigungsfrist beginnt zu laufen, wenn die Kündigung dem/der ArbeitgeberIn zugeht – das heißt, wenn du ihm gesagt hast, dass du kündigst. Oder wenn die schriftliche Kündigung in den Händen des/der ArbeitgeberIn ist.

Der Kündigungstermin ist der Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis beendet sein soll – also der letzte Tag des Arbeitsverhältnisses und nicht der Tag, an dem du die Kündigung aussprichst.

Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum zwischen Kündigung (mündlich ausgesprochen oder schriftlich zugegangen) und dem Kündigungstermin.

Beispiel: Wenn nichts anderes vereinbart wurde, können Angestellte ihr Dienstverhältnis jeweils zum Monatsletzten kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat bei Kündigung durch die MitarbeiterIn

  • Kündigungsfrist:
    1 Monat
     
  • Kündigungstermin:
    Monatsletzter; das Arbeitsverhältnis soll Ende Juni enden.
     
  • Wann muss ich kündigen?
    In diesem Fall muss die Kündigung spätestens am 31.5. beim Arbeitgeber eingelangt sein, damit das Arbeitsverhältnis am 30.6. ordnungsgemäß endet. Du kannst die Kündigung zum 30.6., aber auch früher aussprechen, z.B. am 25.5., um das Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß am 30.6. zu beenden.

Einvernehmliche Auflösung

Bei einer einvernehmlichen Auflösung kann alles vereinbart werden was zwischen dem/der ArbeitgeberIn und dem/der ArbeitnehmerIn mit beidseitigem Einverständnis ausgemacht wird. Hier müssen keine Kündigungsfristen, Auszahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Abgeltung offener Urlaubstage usw. eingehalten werden so lange dies von beiden Seiten so gewünscht ist.Wir empfehlen dir eine Rechtsberatung durch die GPA-djp bevor du eine einvernehmliche Aufkösung unterschreibst

Entlassung

Eine Entlassung ist die fristlose Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den/die ArbeitgeberIn aus einem wichtigen Grund. Liegt ein Entlassungsgrund vor, ist die Entlassung berechtigt erfolgt. Gibt es keinen Entlassungsgrund, ist die Entlassung unberechtigt erfolgt. Eine Entlassung muss von dem/der ArbeitgeberIn – abgesehen von einer kurzen Überlegungsfrist - unverzüglich nach Bekanntwerden des Entlassungsgrundes ausgesprochen werden. Eine zu spät ausgesprochene Entlassung ist – trotz Vorliegens eines Entlassungsgrundes – unberechtigt. Die Entlassungsgründe für Angestellte sind im Angestelltengesetz, jene für ArbeiterInnen in der Gewerbeordnung geregelt.

Ein/e Angestellte/r liefert zum Beispiel einen Entlassungsgrund, wenn er/sie ohne rechtmäßigen Hinderungsgrund für "längere" Zeit die Arbeit unterlässt oder diese beharrlich verweigert(z.B. Nichterscheinen zur Arbeit) Ein Entlassungsgrund kann auch sein wenn er/sie einen Diebstahl, eine Veruntreuung oder eine sonstige strafbare Handlung begeht, die ihn des Vertrauens des Arbeitgebers unwürdig erscheinen lässt. Auch wenn er/sie die Arbeit unbefugt verlässt oder beharrlich seine Pflichten vernachlässigt, rechtfertigen diese Dinge eine Entlassung.

Lass bei einer Entlassung prüfen, ob diese berechtigt erfolgt ist.

Vorzeitiger Austritt

Ein vorzeitiger Austritt ist die sofortige Auflösung eines Arbeitsverhältnisses durch den/die ArbeitnehmerIn. Liegt ein Austrittsgrund vor, ist der Austritt berechtigt erfolgt. Liegt kein Austrittsgrund vor, ist der Austritt unberechtigt erfolgt.

Achtung: Gleichgültig, ob Ihr Austritt berechtigt oder unberechtigt erfolgt ist, wird das Dienstverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet.

Die zwei häufigsten Gründe eines berechtigten vorzeitigen Austrittes sind Entgeltvorenthaltung und gesundheitliche Gründe:

  • Entgeltvorenthaltung:
    Der/die ArbeitgeberIn ist hier mit der Zahlung von wesentlichen Entgeltbestandteilen im Verzug. Du musst dem/der ArbeitgeberIn schriftlich eine 10- bis 14-tägige Nachfrist setzen und für den Fall, dass innerhalb dieser Frist nicht das gesamte ausständige Entgelt ausbezahlt wird, den Austritt androhen. Weiters musst du beim Konkursgericht nachfragen, ob über das Vermögen des/der ArbeitgeberIn ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. Ist bereits ein Insolvenzverfahren eröffnet, so ist ein vorzeitiger Austritt wegen Entgeltvorenthaltung nicht mehr möglich. Dies wäre ein unberechtigter Austritt. Ist hingegen das ausständige Entgelt nicht bezahlt worden und auch kein Insolvenzverfahren eröffnet, so kannst du nun den vorzeitigen Austritt erklären.
     
  • Gesundheitliche Gründe:
    Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Fortsetzung der konkreten Tätigkeit zu gesundheitlichen Schäden führt bzw. solche Schäden drohen. Du musst ein fachärztliches Gutachten einholen, welches die gesundheitliche Belastung im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung darstellt und die Aufgabe dieser Tätigkeit dringend empfiehlt. Lege dieses Gutachten dem Arbeitgeber vor. Außerdem musst du dem Arbeitgeber schriftlich eine Frist setzen, innerhalb welcher er dir einen anderen Arbeitsplatz anbieten kann. Dieser neue Arbeitsplatz darf natürlich Ihre Gesundheit nicht gefährden. Erhaltest du keinen Ersatzarbeitsplatz angeboten, so kannst du den vorzeitigen Austritt erklären.

     

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