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GPA-djp Jugend

Arbeitsvertrag, Dienstzettel & Co

Wissen ist Macht. Darauf solltest du zu Dienstbeginn achten.

Verpflichtet sich jemand zu einer Arbeitsleistung für einen anderen, liegt ein Arbeitsvertrag vor. Er ist zweiseitig verbindlich, da beide Vertragspartner (ArbeitgeberIn & ArbeitnehmerIn) sowohl Rechte als auch Pflichten haben. Der Arbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten von ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen, soweit sie nicht zwingend per Gesetz oder durch den Kollektivvertrag festgelegt sind. Die wesentlichste Verpflichtung des/der ArbeitgeberIn besteht in der Bezahlung des Entgelts, die des/der ArbeitnehmerIn besteht in der Arbeitsleistung.

Wie muss ein Arbeitsvertrag aussehen?

Der Abschluss des Arbeitsvertrages ist an keine Formvorschrift gebunden. Deshalb kann er nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich oder durch eine „schlüssige Handlung” zustande kommen. Letzteres zum Beispiel einfach dadurch, dass jemand Arbeitsleistungen für einen anderen erbringt und dieser die Leistungen annimmt. Gibt es keinen schriftlichen Arbeitsvertrag, dann muss dir der/die ArbeitgeberIn einen Dienstzettel aushändigen.

Merkmale des Arbeitsvertrages

  • persönliche Abhängigkeit (Weisungsrecht des Arbeitgebers)
  • ArbeitnehmerInnen sind wirtschaftlich abhängig
  • Arbeitsverhältnisse sind Dauerschuldverhältnisse
  • persönliche Arbeitspflicht
  • Arbeit mit Arbeitsmitteln, die der/die ArbeitgeberIn zur Verfügung stellt
  • Eingliederung des Arbeitnehmers in die Organisation des Betriebes
  • der Erfolg der Arbeit kommt dem Arbeitgeber zu Gute, es trifft ihn aber auch das Risiko (z.B. wenn das Produkt nicht verkauft wird oder fehlerhaft ist)
     

Achtung: Damit ein Arbeitsverhältnis vorliegt, müssen nicht alle genannten Merkmale vorliegen. Wesentlich ist jedoch, dass diese überwiegen.

Sozialversicherung
Bei einem Arbeitsverhältnis bis du in der Sozialversicherung vollversichert (Unfall-, Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung). Die Beiträge zur Sozialversicherung werden durch den/die ArbeitgeberIn geleistet und du kannst sie auf deinem Lohn- oder Gehaltszettel nachlesen. Die Beiträge für Angestellte belaufen sich auf 18,07% und für den/die ArbeitgeberIn auf 21,83% des Bruttogehalts.

Dienstzettel

Ein Dienstzettel ist die schriftliche Aufzeichnung über die wesentlichen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag. Da ArbeitnehmerInnen keinen Anspruch auf Ausstellung eines schriftlichen Arbeitsvertrages haben, ist das Recht auf Ausstellung eines Dienstzettels besonders wichtig. Der Mindestinhalt eines Dienstzettels ist gesetzlich vorgeschrieben. Auch ist der/die ArbeitgeberIn per Gesetz zur Ausstellung eines Dienstzettels verpflichtet. ACHTUNG: Der Dienstzettel dient der Beweissicherung, deshalb solltest du ihn unbedingt gut aufbewahren.

Kein Dienstzettel – was tun?
Stellt dir dein/e ArbeitgeberIn keinen Dienstzettel aus, musst du ihn unter Fristsetzung mittels eingeschriebenen Briefes dazu auffordern. Verweigert er/sie die Ausstellung, kannst du die Aushändigung im schlimmsten Fall mittels Klage beim Arbeits- und Sozialgericht durchsetzen.

Vorsicht bei Abweichungen
Pass auf, dass der Dienstzettel nicht von der mündlichen Vereinbarung die ihr getroffen habt, abweicht. Enthält dein Dienstzettel Regelungen, die vom mündlich vereinbarten Arbeitsvertrag abweichen (z.B. niedrigeres Entgelt), solltest du den/die ArbeitgeberIn darauf mit einem eingeschriebenen Brief hinweisen und um Richtigstellung ersuchen. Dadurch vermeidest du, dass der Eindruck entsteht du wärst mit den Abweichungen einverstanden.

Befristetes Dienstverhältnis

Ein befristetes Dienstverhältnis liegt vor, wenn dein Arbeitsvertrag ein Beginn- und Enddatum hat. Befristete Dienstverhältnisse enden durch Zeitablauf. Obwohl befristete Dienstverhältnisse in der Regel nicht gekündigt werden können, ist die in bestimmten Ausnahmen möglich. Wird im Fall eines befristeten Arbeitsverhältnisses über den vereinbarten Ablauf der Vertragszeit hinaus ohne neue Fristsetzung weitergearbeitet, entsteht ein auf unbestimmte Zeit laufendes Arbeitsverhältnis, welches den gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Kündigungsfristen und -terminen unterliegt.

Kettenverträge

Solltest du mehrere befristete Dienstverhältnisse aneinander folgend beim selben Dienstgeber haben, so nennt man dies Kettenverträge. Diese Definition liegt auch dann vor, wenn die Anstellungen in nur kurzen Abständen zueinander erfolgen.
 
Kettendienstverträge sind zu überprüfen, ob hier nicht in Wirklichkeit von einem unbefristeten Dienstverhältnis auszugehen ist. Die meisten Kettenverträge werden zur Umgehung von arbeitsrechtlichen bzw. kollektivvertraglichen Vereinbarungen genutzt. Sie sind daher nur selten in deinem Sinne!

Achtung: Das Mutterschutzgesetz enthält einige Sonderbestimmungen zu befristeten Dienstverhältnisse.

Unbefristetes Dienstverhältnis

Ein unbefristetes Dienstverhältnis hat keinen Zeitablauf somit muss sich sowohl der/die ArbeitgeberIn als auch der/die ArbeitnehmerIn an alle Kündigungsfristen laut Gesetz oder Kollektivvertrag halten.

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