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GPA-djp Jugend

NIKI-Betriebsversammlung: Rote Karte für Umstrukturierungspläne ohne Sozialplan

Arbeitsplatzgarantie am Standort, Stationierungen im Ausland nur mit Entsenderichtlinie - GPA-djp unterstützt Forderungen

Wien (OTS) – Rund 350 Beschäftigte der NIKI-Luftfahrt GmbH nahmen heute Vormittag teil an der Betriebsversammlung am Flughafen Schwechat: die vom Betriebsrat bereits an die Geschäftsführung übermittelten, geforderten Maßnahmen wurden einstimmig unterstützt. Zentrale Forderungen sind ein Sozialplan, eine Arbeitsplatzgarantie und Stationierungen im Ausland nur mit der EU-Entsenderichtlinie, um Rechtssicherheit für die Betroffenen zu wahren. Der Geschäftsführung wird bis Ende kommender Woche Zeit gegeben, um schriftlich Stellung zu nehmen.

In der Vorwoche bestätigte die Geschäftsführung gegenüber dem Betriebsrat, dass nach dem Joint Venture mit Tui nur mehr fünf Flugzeuge in Wien stationiert werden sollen. "Diese derzeit geplanten Umstrukturierungen betreffen alle, fliegendes Personal genauso wie KollegInnen in der Technik und in der Administration. Wir haben derzeit nicht den Eindruck, dass die Geschäftsführung sich über die Auswirkungen auf die Beschäftigten viele Gedanken macht. Wir kennen keine Rahmenbedingungen, wie sich diese Stationierungen in Deutschland und in der Schweiz auf unsere Arbeitsbedingungen auswirken werden", erklärte Betriebsrätin Verena Schallgruber heute, warum der Betriebsrat in den vergangenen Wochen ein Forderungspaket erarbeitet hat.

Viele Szenarien wurden mit Unterstützung der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) und von JuristInnen durchgearbeitet, als zentrale Forderungen kristallisierte sich eine schriftliche Arbeitsplatzgarantie der Geschäftsführung heraus. "Besonders wichtig ist uns außerdem ein Sozialplan, um KollegInnen auffangen zu können, die aufgrund privater und familiärer Verpflichtungen nicht in der Lage sein werden, die geplanten Umstrukturierungen mitzutragen", ergänzt Betriebsrat Mischa Osterberger.

Außerdem fordert der Betriebsrat regelmäßige, umfassende Informationen und dass Personalmaßnahmen nur in Absprache mit dem Betriebsrat realisiert werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Forderung nach Stationierungen im Ausland ausschließlich nach der Entsenderichtlinie zu gestalten: "Nur so ist gewährleistet, dass die KollegInnen weiterhin einen Kollektivvertrag und einen Betriebsrat haben und dass ihre bisher im Unternehmen erworbenen Ansprüche behalten", so Schallgruber und Osterberger: "Auch Neueinstellungen dürfen nur in Österreich erfolgen."

Gestärkt durch die einhellige Zustimmung der Beschäftigten heute setzt der Betriebsrat der Geschäftsführung die Frist, auf den Forderungskatalog bis nächsten Freitag, 3. Februar, schriftlich zu reagieren. "Nach der Antwort halten wir uns natürlich die Option offen, die heute unterbrochene Betriebsversammlung wieder aufzunehmen, um unsere KollegInnen zu informieren", so Osterberger.

Volle Unterstützung bekräftigte heute einmal mehr auch Peter Stattmann, Regionalgeschäftsführer der GPA-djp in Niederösterreich: "Das ist keine leichte Situation, aber eure Anliegen sind beim Betriebsrat in den besten Händen. Auch wir stehen voll hinter Eurem Kampf um faire Arbeits- und Rahmenbedingungen."

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