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GPA-djp Jugend

Zimmer statt Zelt- Internatskosten für Lehrlinge werden übernommen

Ihr könnt uns mal... die Internatskosten übernehmen!

65 Prozent der Lehrlinge müssen laut Schätzungen während der rund 9wöchigen Berufsschulzeit pro Lehrjahr im Internat wohnen, weil ihre Berufsschule zu weit entfernt vom Wohnort ist. Das sind ca. 71.000 Jugendliche. Aber nur rund die Hälfte bekam bisher die Internatskosten vom Arbeitgeber komplett ersetzt. Zehn Prozent bekammen durch Betriebsvereinbarungen einen Zuschuss und weitere vierzig Prozent der Lehrlinge muss die Kosten für das Internat selbst übernehmen

Die Übernahme der Internatskosten durch den Insolvenzentgeltfond tritt mit 1.1.2018 in Kraft. 35.500 Lehrlinge zahlten pro Lehrjahr rund 27 Millionen Euro nur für ihre Internatskosten! 9 Wochen im Berufsschulinternat kosten zwischen 600 und 900 Euro.

Was verdienen Lehrlinge?

z.B.Handel(2018): 1. Lehrjahr 590 Euro, 3. Lehrjahr 1020 Euro.Das geht sich nur schwer aus! Selbst im dritten Lehrjahr überstiegen für die meisten Betroffenen die Kosten für das Internat eine monatliche Lehrlingsentschädigung, vielfach mussten die Eltern mitzahlen um die Kosten des Internates zu übernehmen. Dazu kommen noch die Fahrtkosten, für die Lehrlinge auch selbst aufkommen müssen.

Lehrlinge müssen ab 1.1.2018 nicht mehr selbst für ihre Internatskosten aufkommen.

Alle 7 Jugendgewerkschaften des Österreichischen Gewerkschaftsbundes,darunter auch die GPA-djp Jugend haben sich fleißig ans Werk gemacht um Unterschriften für die Petition zur Übernahme der Internatskosten zu sammeln. 21.000 Menschen in ganz Österreich haben unser Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Besonderen Dank gilt dem ehemaligen Sozialminister Alois Stöger, welcher unser Anliegen seit der ersten Minute tatkräftig mitgetragen hat.

Wer bezahlt nun die Internatskosten?

Mit 1.1.2018 übernimmt der Insolvenzentgeltfonds die Finanzierung der Internatskosten für Lehrlinge. In diesen Fonds müssen alle Unternehmen einbezahlen, Aufgabe dieses Fonds ist unter anderem auch die Förderung von Lehrstellen. Die Zahl der Lehrstellen sinkt jedoch, was bedeutet, dass dieser Fonds jedes Jahr Rücklagen aufbaut. Aus diesen Rücklagen sollen nun die Internatskosten übernommen werden.

Wie soll das funktionieren?

Der Betrieb bekommt die Rechnung vom Internat, begleicht sie und reicht diese dann direkt beim Insolvenzentgeltfond ein. Bund, Land, und Gemeinden müssen ohne Refundierung aus dem Insolvenzentgeltfond für die Kosten aufkommen.

Das bedeutet: Jene Betriebe, die jetzt bereits die gesamten Internatskosten (für 41 Prozent aller Lehrlinge) tragen, erhalten diese refundiert. Betriebe, die einen Teil der Internatskosten übernehmen (bei 11 Prozent der Lehrlinge der Fall), erhalten diesen Betrag refundiert, und der Restbetrag wird nicht mehr über die Lehrlinge abgewickelt, sondern über den IEF. Diese Maßnahme senkt die Ausbildungskosten für diese Lehrbetriebe massiv. Für all jene Lehrlinge, die die Internatskosten bisher zur Gänze selbst bezahlen mussten, tritt der Ausbildungsbetrieb künftig in Vorlage und rechnet wieder mit der Lehrlingsstelle ab. Somit fallen bis auf die Anreise- und Schulmaterialkosten keine Kosten für Betrieb und Lehrling im Rahmen des Berufsschulbesuchs mehr an. 

Was es bringt?

Eine Entlastung der LehrlingInternatsaufenthalt für 8 bis 10 Wochen Berufsschule kostet ca. 1.000 Euro pro Jahr. Wir schätzen die die Summe der jährlichen Kosten zur Entlastung der Lehrlinge von Internatskosten auf ca. 60. Millionen Euro.  

Bildung darf den Auszubildenden nichts kosten. Da die Erziehungsberechtigten oft die Kosten für ihre Kinder übernehmen, stellt das auch eine Entlastung für die Erziehungsberechtigten dar.

Neue Anreize für Ausbildungsbetriebe, um neue Lehrlinge einzustellen. Beispiel: Ein Betrieb mit zehn Lehrlingen und vereinbarter Kostenübernahme durch Kollektivvertrag spart sich künftig pro Jahr 10.000 Euro. Um dieses Geld können ein bis zwei zusätzliche Lehrlinge eingestellt werden.


 

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