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GPA-djp Jugend

Nein zum 12 Stunden Tag für Lehrlinge über 18

Einführung des 12-Stunden-Tags/Überstunden

Ab 1. September 2018 sind 20 Überstunden pro Woche auf Basis des Gesetzes möglich. Das sind bis zu 12 Stunden täglich und bis zu 60 Stunden wöchentlich. Den einzigen Schutz für ArbeitnehmerInnen bietet die EU-Arbeitszeitrichtlinie, die besagt, dass in einem Beobachtungszeitraum von 17 Wochen 48 Stunden nicht überschritten werden dürfen. Anders betrachtet bedeutet das, dass bisher bis zu 320 Überstunden pro Jahr zulässig waren. Ab 1. September 2018 erhöht sich diese Zahl auf 416.

Das widerlegt somit auch die Behauptung, dass „niemand mehr arbeiten muss“, wenn der Arbeitgeber das will. Jegliche Mitsprache des Betriebsrats bei der elften und zwölften Stunde wurde aus dem Gesetz gestrichen. Auch die Feststellung der arbeitsmedizinischen Unbedenklichkeit in Betrieben ohne Betriebsrat braucht es nicht mehr. Lehrlinge über 18 unterliegen dem Arbeitszeitgesetz und sind somit von diesen Änderungen betroffen. Aus unserer Perspektive hat aber ein 12 Stunden Tag nichts mehr mit Ausbildung eines jungen Menschen zu einer Fachkraft zu tun.

Betriebe könnten zum Beispiel nach dem Besuch der Berufsschule (8 Stunden) die Lehrlinge noch für bis zu 4 Stunden Arbeit heranziehen. In welcher Schulform sind Menschen 12 Stunden entweder im praktischen Einsatz oder drücken die Schulbank? Die bisher illegale Praxis vieler Betriebe Lehrlinge nach der Berufsschule noch zur Arbeit einzuteilen, wird somit legalisiert. Ausbeutung statt Ausbildung scheint der Leitspruch dieser Bundesregierung!

Ausnahmen von der Wochenend- und Feiertagsruhe

Das beschlossene Gesetz sieht vor, dass bei vorübergehend auftretenden besonderem Arbeitsbedarf durch Betriebsvereinbarung Ausnahmen von der Wochenend- und Feiertagsruhe an vier Wochenenden oder Feiertagen pro Arbeitnehmerin und Jahr zugelassen werden können. In Betrieben ohne Betriebsrat kann Wochenend- und Feiertagsarbeit schriftlich mit den einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vereinbart werden. Der bisherige besondere Schutz der Wochenend- und Feiertagsruhe wird dadurch ausgehöhlt. Lehrlinge über 18 sind von diesen gesetzlichen Regelungen wiederum zu 100% betroffen

 

 

 

 

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