GPA-djp Jugend - Ausbildungspflicht bis 18?
GPA-djp Jugend

Ausbildungspflicht bis 18?

Am 1. August tritt sie in Kraft. Was das genau bedeutet, erfährst du in unseren FAQs.

Ab wann tritt die Ausbildungspflicht in Kraft?
Die Ausbildungspflicht, die im Ausbildungspflichtgesetz (APFLG) geregelt ist, wird mit 1. August 2016 wirksam.

Wen betrifft die Ausbildungspflicht?
Jugendliche unter 18 Jahren, die die neunjährige Schulpflicht erfüllt haben und sich dauerhaft in Österreich aufhalten, sind verpflichtet, einer Bildung oder Ausbildung (z. B.: Lehrausbildung) nachzugehen.

Welche Jahrgänge betrifft das?
Alle Jugendlichen, die im Schuljahr 2016/17 die Schulpflicht abschließen, sind von der Ausbildungspflicht erfasst.

Gilt die Ausbildungspflicht auch für jugendliche AsylwerberInnen?
Nein. Da sie sich noch im Asylverfahren befinden, und daher keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus in Österreich haben, sind sie von der Ausbildungspflicht ausgenommen.

Wie erfährt das Sozialministerium, wer keine Ausbildung macht?
Grundsätzlich sollen sich die Erziehungsberechtigten bei den extra eingerichteten Koordinierungsstellen melden, wenn nicht binnen vier Monaten nach Abgang oder Abbruch von Bildung oder Ausbildung eine neue Weiterbildung aufgenommen wird. Schulen, das Arbeitsmarktservice (AMS) oder die Lehrlingsstellen sollen künftig vier Mal Jährlich melden, wer eine Aus- oder Weiterbildung beginnt oder abbricht.

Wie läuft das genau ab, wenn ich keine Ausbildung mache?
Nachdem die Koordinierungsstelle die Daten des bzw. der betreffenden Jugendlichen erhalten hat, nimmt sie schriftlich Kontakt mit dem oder der Jugendlichen und den Erziehungsberechtigten auf. Im nächsten Schritt versucht das damit beauftragte Jugendcoaching mehrmals, Kontakt aufzunehmen. Scheitert auch das, bekommen die Erziehungsberechtigten ein weiteres Schreiben von der Koordinierungsstelle. Reagieren die Erziehungsberechtigten wieder nicht auf dieses Schreiben, meldet dies die Koordinierungsstelle dem Sozialministeriumservice, das eine Anzeige bei der Bezirksverwaltungsbehörde erstatten kann.

Wie viele solcher Koordinierungsstellen gibt es?

Es gibt in jedem Bundesland eine Koordinierungsstelle.

Wo bekomme ich mehr Information?
Am einfachsten direkt beim Sozialministerium unter www.sozialministerium.at . Dort findet man auch eine ausführliche Broschüre zur Ausbildungspflicht.

Gibt es auch Strafen, wenn man keine Ausbildung macht?
Ja, Strafen sind aber immer das letzte Mittel. Die Strafbestimmungen treten erst 2018 in Kraft. Bestraft wird nur, wenn nachweislich keine Verantwortung der Erziehungsberechtigten übernommen wird. Die Strafhöhe liegt beim ersten Verstoß bei 100 bis 500 Euro und bei einem weiteren Verstoß bei 200 bis 1.000 Euro.

Und was kann man machen, um die Ausbildungspflicht zu erfüllen?

  • Schulbesuch oder privater Unterricht
  • berufliche Ausbildungen (Lehre, überbetriebliche Lehrausbildung, Teilqualifikation)
  • Teilnahme an vorbereitenden Maßnahmen für schulische Externistenprüfungen
  • einzelne Ausbildungen (z. B. Vorbereitung auf den Pflichtschulabschluss oder auf Berufsausbildungsmaßnahmen)
  • Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen
  • Teilnahme an Maßnahmen für Jugendliche mit Assistenzbedarf
  • eine im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehene Beschäftigung

Um neue Maßnahmen oder Änderung einzubeziehen, hat das Sozialministeriumservice zudem künftig eine Liste jener Maßnahmen kundzumachen, mit denen die Ausbildungspflicht erfüllt werden kann.

Was ist, wenn ich schwanger werde?
Es gibt Ausnahmen von der Ausbildungspflicht. Unter anderem, wenn man Kindebetreuungsgeld bezieht, ein freiwilliges soziales Jahr, Präsenz- oder Zivildienst leistet oder erkrankt. Weiters gibt es die Möglichkeit, dass die Ausbildungspflicht ruht, wenn berücksichtigungswürdige Gründe vorliegen.

Ich will eine Lehre als Tierpfleger in Schönbrunn (Wien) machen, aber es gibt nur eine offene Lehrstelle als Waffen- und Munitionshändler in Vorarlberg, muss ich das machen?
Grundsätzlich nicht. Aber es ist natürlich abhängig davon, welchen Berufswunsch man hat und wo diese Ausbildung angeboten wird. Im Zuge der Berufs- und Bildungsorientierung sollen mit den Jugendlichen die Berufswünsche erarbeitet werden, damit jeder oder jede die Ausbildung, die sie machen will, auch dort machen kann, wo er oder sie will.

Wann endet die Ausbildungspflicht?
An sich mit dem 18. Lebensjahr. Hat man aber schon vorher eine Ausbildung absolviert, die an die neunjährige Schulpflicht anschließt, dann kann die Ausbildungspflicht früher enden.

 

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